VCI-Depot: Korrosionsschutz für Metallteile ohne Einölen und Entfetten


Florian Wirth
Gesamtvertriebsleitung & Prokurist
 

Metallteile rosten – im Lager, auf dem Transportweg, in der Exportkiste. Wer bisher auf Einölen oder Einfetten gesetzt hat, kennt den Preis: Reinigungsaufwand vor dem Einsatz, verschmutzte Arbeitsplätze, zusätzliche Prozessschritte. Das VCI-Depot löst dieses Problem grundlegend anders. BRANOrost Chips von BRANOpac werden einfach zu den Metallteilen in die geschlossene Verpackung gelegt – und sorgen dort für eine schützende VCI-Atmosphäre. Kein Öl, kein Fett, keine Reinigung. Die Teile sind nach der Entnahme sofort einsatzbereit.

Das Wichtigste zum VCI-Depot auf einen Blick

  • Ein VCI-Depot ist ein mit VCI-Wirkstoffen ausgerüstetes Trägermaterial, das innerhalb einer geschlossenen Verpackung eine schützende Korrosionsschutzatmosphäre aufbaut.
  • Als Richtwert gilt: Etwa 0,5 m² Zellstoffmaterial reichen aus, um einen Kubikmeter Verpackungsraum wirksam zu schützen – abhängig von Bauteilen, Verpackung und Schutzdauer.
  • Metallteile sind in der Praxis nach der Entnahme ohne zusätzliche Reinigungsschritte direkt einsatzbereit – ein Einölen oder Einfetten entfällt vollständig.
  • BRANOrost Chips lassen sich ideal mit BRANOrost Papier und BRANOfol kombinieren – für einen abgestimmten Systemschutz bei Lagerung, Transport und Export.

Was ist ein VCI-Depot? Definition, Aufbau und Funktionsprinzip

Ein VCI-Depot ist ein Trägermaterial – in der Regel auf Zellstoffbasis –, das mit VCI-Wirkstoffen beschichtet oder durchtränkt ist. VCI steht für Volatile Corrosion Inhibitor: flüchtige Korrosionsinhibitoren, die bei Raumtemperatur langsam aus dem Trägermaterial ausdampfen, sich im Luftraum der Verpackung verteilen und auf den Metalloberflächen adsorbieren. Dort bilden sie einen molekularen Schutzfilm, der korrosionsfördernde elektrochemische Prozesse hemmt.

Entscheidend für die Praxis ist die Effizienz des Systems: Als Richtwert gilt, dass etwa 0,5 m² Zellstoffmaterial ausreichen, um einen Kubikmeter Verpackungsraum mit einer wirksamen VCI-Atmosphäre zu versorgen. Die genaue Dosierung hängt von den Bauteilen, der Verpackung und der gewünschten Schutzdauer ab. Das Depot wird einfach zu den Metallteilen in die geschlossene Verpackung gelegt – kein zusätzliches Werkzeug, keine Einarbeitungszeit, kein Aufwand.

Sobald die Verpackung geöffnet wird, verdunstet der VCI-Wirkstoff von der Metalloberfläche. Die Teile sind in der Praxis ohne zusätzliche Reinigungsschritte direkt verwendbar – ein entscheidender Vorteil gegenüber herkömmlichen Schutzmethoden wie dem Einölen.

Mehr zur Technologie hinter dem Wirkprinzip erfahren Sie im BRANOpedia-Artikel zum VCI-Korrosionsschutz.

Korrosion bei Lagerung und Transport: Warum herkömmlicher Schutz oft nicht ausreicht

Einölen und Einfetten schützen – das ist unbestritten. Doch in der industriellen Praxis zeigen sich die Grenzen dieser Methoden schnell. Bei Teilen mit komplexen Geometrien, Bohrungen oder Hohlräumen lässt sich Öl kaum gleichmäßig auftragen. Jede Schutzschicht, die nicht lückenlos sitzt, ist eine potenzielle Korrosionsstelle.

Hinzu kommt der Prozessaufwand: Eingefettete Teile müssen vor der Weiterverarbeitung oder Montage gereinigt werden. Das kostet Zeit, Reinigungsmittel und Personal – und verlagert das Problem lediglich auf einen späteren Prozessschritt.

Aluverbundbeutel oder hermetische Verpackungen sind eine weitere Option. Ihre Schutzwirkung hängt jedoch stark von der Dichtheit und der Handhabung ab. Eine kleine Beschädigung der Verpackung kann den Schutz erheblich beeinträchtigen.

Einfaches Verpackungspapier bietet in der Regel keinen aktiven Korrosionsschutz und verhindert korrosionsfördernde Einflüsse nicht gezielt. Für Lagerung und Transport reicht es daher nicht aus.

Das VCI-Depot arbeitet anders: aktiv, und ohne Nachbearbeitung. Es schützt auch schwer zugängliche Bereiche, ohne dass ein gleichmäßiger Auftrag erforderlich wäre. Einen Überblick über die verschiedenen Ansätze bieten die BRANOpedia-Artikel zu den Varianten temporären Korrosionsschutzes sowie zum temporären Korrosionsschutz allgemein.

BRANOrost Chips: Das VCI-Depot von BRANOpac im Detail

BRANOrost Chips sind das VCI-Depot aus dem Hause BRANOpac. Der Zellstoffträger ist mit VCI-Wirkstoffen ausgerüstet und wird als lose Chips direkt zu den Metallteilen in die geschlossene Verpackung gegeben. Die Chips bauen eine VCI-Atmosphäre auf, die für Eisenmetalle sowie zahlreiche weitere Metallwerkstoffe – anwendungsspezifisch zu prüfen – während Lagerung und Transport Schutz vor Korrosion bietet.

Die Wirkung setzt kurz nach dem Verschließen der Verpackung ein. Ein Einölen oder Einfetten ist nicht erforderlich. Metallteile sind in der Praxis nach der Entnahme ohne zusätzliche Reinigungsschritte direkt weiterverarbeitbar oder einsatzbereit – ein Vorteil, der sich in der Produktion unmittelbar in kürzeren Durchlaufzeiten bemerkbar macht.

BRANOrost Chips funktionieren in geschlossenen Verpackungseinheiten verschiedenster Art: Kartons, Kisten, Folienbeutel oder Folienverpackungen. Maßgeblich ist, dass die Verpackung ausreichend geschlossen ist, damit sich die VCI-Atmosphäre aufbauen und über den gesamten Schutzzeitraum halten kann.

VCI-Depot richtig einsetzen: Dosierung, Anwendung und Kombination mit BRANOfol

Die Anwendung der BRANOrost Chips ist unkompliziert. Einige grundlegende Hinweise helfen dabei, die volle Schutzwirkung sicher zu erreichen.

Dosierung: Als Richtwert gilt: Etwa 0,5 m² Zellstoffmaterial reichen aus, um einen Kubikmeter Verpackungsraum zu schützen. Die genaue Menge hängt von den Bauteilen, der Verpackung und der gewünschten Schutzdauer ab.

Platzierung: Die Chips werden direkt zu den Metallteilen in die Verpackung gelegt oder gestreut. Ein direkter Kontakt mit den Metallteilen ist nicht notwendig – der VCI-Wirkstoff verteilt sich gasförmig im gesamten Verpackungsraum und erreicht auch schwer zugängliche Stellen.

Verpackungsdichtheit: Je dichter die Verpackung, desto langfristiger und stabiler der Schutz. Für besonders anspruchsvolle Anwendungen empfiehlt sich die Kombination mit BRANOfol, der VCI-Korrosionsschutzfolie von BRANOpac. Die Folie hält die VCI-Atmosphäre im Inneren und verlängert die Schutzwirkung deutlich – ideal für Exportverpackungen und die Langzeitlagerung.

Kombination mit BRANOrost Papier: Sollen Metallteile zusätzlich einzeln eingewickelt oder voneinander getrennt werden, lassen sich BRANOrost Chips problemlos mit VCI-Papier kombinieren. Das Papier schützt die Kontaktflächen direkt, das Depot hält die Schutzatmosphäre im gesamten Verpackungsraum aufrecht. Beide Produkte ergänzen sich systemisch – ganz im Sinne der BRANOpac-Philosophie: Lösung mit System.

VCI-Depot in der Praxis: Einsatzbereiche und typische Anwendungsbeispiele

BRANOrost Chips kommen überall dort zum Einsatz, wo Metallteile für einen definierten Zeitraum gelagert oder transportiert werden – und wo Einölen und späteres Entfetten weder praktikabel noch erwünscht ist.

Lagerung im Lager: Metallteile, Halbzeuge und Ersatzteile aus Eisen, Stahl oder anderen Metallen lassen sich mit BRANOrost Chips in handelsüblichen Kartons oder Kisten lagern – ohne vorheriges Einölen. Der Schutz wirkt für den gesamten Lagerzeitraum, solange die Verpackung geschlossen bleibt.

Transport und Versand: Beim Versand von Metallteilen an Kunden oder zur Weiterverarbeitung sorgen BRANOrost Chips dafür, dass die Teile am Zielort ohne Anlauferscheinungen oder Rostspuren ankommen. Besonders bei längeren Transportwegen oder wechselnden Klimabedingungen – wie sie im nationalen und internationalen Versand auftreten – macht sich das bemerkbar.

Exportverpackung: Für den Export in feuchtere Klimazonen oder bei langen Seetransporten ist eine besonders stabile Schutzatmosphäre gefragt. In Kombination mit einer geeigneten Exportverpackung und BRANOfol können BRANOrost Chips auch für diese anspruchsvollen Bedingungen ausgelegt werden.

Präzisionsteile und ölfreie Prozesse: Gerade bei empfindlichen Teilen, die keine Öl- oder Fettrückstände dulden – etwa in der Feinmechanik, Optik oder Elektroindustrie – ist das VCI-Depot die richtige Wahl. Der Wirkstoff verdunstet, die Teile können in der Praxis direkt nach der Entnahme weiterverarbeitet werden.

Florian Wirth

Sie suchen das passende VCI-Depot für Ihre Anwendung oder möchten BRANOrost Chips mit anderen BRANOpac-Produkten kombinieren? Florian Wirth und das BRANOpac-Team beraten Sie gerne – von der ersten Anfrage bis zur abgestimmten Verpackungslösung.

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Häufig gestellte Fragen zu VCI-Depot

Ein VCI-Depot ist ein Trägermaterial – meist auf Zellstoffbasis –, das mit flüchtigen Korrosionsinhibitoren (VCI) ausgerüstet ist. Es wird in eine geschlossene Verpackung gelegt und baut dort eine schützende Atmosphäre auf, die Metallteile während der Lagerung und des Transports vor Korrosion schützt. Ein Einölen oder Einfetten der Metallteile ist dabei nicht erforderlich.

Als Richtwert gilt: Etwa 0,5 m² Zellstoffmaterial reichen aus, um einen Kubikmeter Verpackungsraum wirksam mit einer VCI-Atmosphäre zu versorgen. Die genaue Dosierung hängt jedoch von den verpackten Bauteilen, der Art der Verpackung und der gewünschten Schutzdauer ab. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem BRANOpac-Anwendungsteam.

In der Praxis sind Metallteile nach der Entnahme aus einer VCI-Verpackung ohne zusätzliche Reinigungsschritte direkt weiterverarbeitbar oder einsatzbereit. Der VCI-Wirkstoff verdunstet nach dem Öffnen der Verpackung von der Metalloberfläche. Dies unterscheidet das VCI-Depot grundlegend von herkömmlichen Schutzmethoden wie dem Einölen, bei denen eine aufwendige Reinigung vor dem Einsatz erforderlich ist.

VCI-Papier und VCI-Folie dienen primär als Verpackungsmaterial – die Metallteile werden darin eingewickelt oder eingetütet. Das VCI-Depot hingegen ist ein ergänzendes Schutzelement: Es wird lose in die Verpackung gelegt und versorgt den gesamten Verpackungsraum mit VCI-Wirkstoff – auch Bereiche, die vom Papier oder der Folie nicht direkt berührt werden. In der Praxis werden VCI-Depot, VCI-Papier und VCI-Folie häufig kombiniert, um einen optimalen Systemschutz zu erzielen.

BRANOrost Chips lassen sich ideal mit BRANOrost Papier und BRANOfol kombinieren. Das BRANOrost Papier schützt Metallteile direkt an der Kontaktfläche, während BRANOfol als äußere Verpackungsschicht die VCI-Atmosphäre im Inneren hält und die Schutzwirkung verlängert. Diese Kombination ist besonders für anspruchsvolle Anwendungen wie Exportverpackungen oder die Langzeitlagerung geeignet.

Über den Autor

Florian Wirth
Florian Wirth
Gesamtvertriebsleitung & Prokurist
Florian Wirth verantwortet die Gesamtvertriebsleitung bei BRANOpac und begleitet Kunden aus Industrie und Handel bei der Auswahl der richtigen Korrosionsschutz- und Verpackungslösungen – von der ersten Beratung bis zur systemischen Umsetzung.

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